Wenn der Abstand zwischen Erwartung und Aussage die Neugier erzeugt, bleibt die Frage, wie deutlich man diesen Abstand macht. Beide Möglichkeiten funktionieren, aber unter unterschiedlichen Bedingungen.
Die Abwägung
Expliziter Kontrast benennt die verbreitete Annahme und stellt die eigene daneben. Das ist unmissverständlich, wirkt aber bei häufiger Verwendung schematisch. Impliziter Kontrast beschreibt nur die eigene Sicht und überlässt den Abgleich dem Leser. Das ist eleganter, setzt aber voraus, dass die verbreitete Annahme tatsächlich bekannt ist.
Die Form situativ wählen
- Explizit formulieren, wenn die verbreitete Annahme nicht sicher bekannt ist.
- Implizit formulieren, wenn Ihr Publikum das Thema bereits kennt.
- Bei neuen Followern eher explizit, bei eingespieltem Publikum eher implizit arbeiten.
- Innerhalb einer Serie die Formen abwechseln, um Schematik zu vermeiden.
- Nach der Wahl prüfen, ob der Abstand für einen Außenstehenden noch erkennbar ist.
Der Fehler bei impliziter Formulierung
Es wird angenommen, dass die Gegenposition beim Leser präsent ist. Ist sie das nicht, wirkt die eigene Aussage wie eine Selbstverständlichkeit, und der ganze Effekt verpufft. Im Zweifel ist explizit die sicherere Wahl.
Die praktische Konsequenz
Wer beide Formen bewusst einsetzt, vermeidet den typischen Eindruck einer Formel. Der Abstand bleibt das Wirkprinzip, die Verpackung wechselt. Das hält eine Serie über viele Beiträge lebendig, ohne das Prinzip aufzugeben.
Formate entwickelnDer Kontrast muss beim Leser ankommen. Ob Sie ihn aussprechen, ist eine Frage seines Vorwissens.




