Wenn Content-Arbeit stockt, ist die naheliegende Antwort zusätzliche Kapazität. Manchmal stimmt das. Häufig liegt der Engpass aber an einer anderen Stelle, und eine neue Person löst ihn nicht – sie wird nur unklar ausgelastet.
Die Diagnose vor der Stelle
Content-Arbeit besteht aus mehreren Schritten: Ideen, Konzept, Produktion, Schnitt, Veröffentlichung, Auswertung. Der Engpass liegt selten überall gleichzeitig. Wer eine Person für alles einstellt, verteilt die Kapazität gleichmäßig über die Kette, statt sie dort zu erhöhen, wo es klemmt.
Den Engpass bestimmen
- Über vier Wochen erfassen, wo Beiträge tatsächlich liegen bleiben.
- Unterscheiden zwischen fehlender Zeit, fehlender Fähigkeit und fehlender Entscheidung.
- Prüfen, ob eine Prozessänderung den Engpass ohne zusätzliche Person löst.
- Falls eingestellt wird: die Rolle auf den identifizierten Engpass zuschneiden.
- Nach drei Monaten prüfen, ob sich der Engpass verschoben hat.
Die Rolle, die alles abdeckt
Es wird eine Person gesucht, die Strategie, Text, Kamera, Schnitt und Auswertung beherrscht. Diese Kombination ist selten und teuer, und wer sie findet, bekommt in jedem Einzelbereich Mittelmaß. Zwei klar geschnittene Teilzeitrollen führen oft weiter als eine Allzweckstelle.
Der Nutzen der Diagnose
Eine klare Engpassanalyse spart im besten Fall die Einstellung ganz, weil sich der Stau durch eine Prozessänderung auflöst. Im anderen Fall führt sie zu einer Stelle mit eindeutigem Auftrag – und damit zu einer Einarbeitung, die nach Wochen statt nach Monaten trägt.
Social Media besprechenZusätzliche Kapazität löst keinen Engpass, der aus einer fehlenden Entscheidung besteht.




