Fast jede Positionierungsarbeit beantwortet die Frage, wofür jemand stehen möchte. Deutlich seltener wird die Gegenfrage gestellt: Welche Assoziation wäre für dieses Geschäftsziel schädlich? Beide Listen zusammen ergeben erst eine belastbare Positionierung.
Warum die zweite Liste fehlt
Ausschluss fühlt sich nach verpasster Gelegenheit an. Wer sich als Berater positioniert, will ungern als jemand gelten, der bestimmte Anfragen nicht bedient. In der Praxis passiert das Gegenteil: Ein Profil ohne klare Grenzen wirkt beliebig, und beliebige Profile werden für hochwertige Aufträge selten angefragt.
Die Negativliste erarbeiten
- Notieren, welche Anfragen Sie in den letzten Monaten bekommen haben, die nicht passten.
- Prüfen, welche Inhalte diese unpassenden Anfragen ausgelöst haben könnten.
- Drei bis fünf Assoziationen festhalten, die Ihrem Ziel im Weg stehen.
- Für jede prüfen, ob aktuelle Beiträge, Bio oder Website sie versehentlich nähren.
- Diese Liste bei Themenentscheidungen genauso konsultieren wie die Positivliste.
Ein Detail, das oft übersehen wird
Unerwünschte Assoziationen entstehen selten durch Aussagen, häufiger durch Formate und Umfeld. Wer sich als strategischer Partner positioniert, aber überwiegend Umsetzungstipps veröffentlicht, wird als Umsetzer wahrgenommen. Der Inhalt kann fachlich richtig sein und trotzdem in die falsche Schublade führen.
Der Effekt in der Praxis
Eine ausformulierte Negativliste macht Absagen leichter und Entscheidungen schneller. Sie erklärt außerdem, warum manche gut laufenden Formate trotzdem gestrichen gehören. Ohne diese Begründung fällt es schwer, sich von Content zu trennen, der Zahlen bringt und der Position schadet.
Positionierung besprechenEine Position, die nichts ausschließt, unterscheidet auch nichts.





